Spare Ribs – direkt grillen oder smoken
Spare Ribs grillen – so gelingen zarte und saftige Rippchen vom Grill, Smoker oder aus dem Backofen
Spare Ribs grillen gehört für viele Grillfans zu den Höhepunkten der Saison. Wenn das Fleisch am Ende fast von selbst vom Knochen fällt und eine glänzende, würzige Kruste trägt, hat sich der Aufwand gelohnt. In diesem Ratgeber erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie Spare Ribs vorbereiten, würzen, grillen oder smoken und was Sie dabei unbedingt beachten sollten.
Spare Ribs – gegrillt oder gesmoked ein besonderer Genuss
Nicht nur in den warmen Sommermonaten ist das Grillen bei allen Bevölkerungsschichten sehr beliebt, sondern auch zu anderen Jahreszeiten. Viele Grillfans stehen inzwischen sogar im Herbst und Winter am Rost und genießen dabei die besondere Atmosphäre.
Grillen und Smoken können Sie nicht nur in der freien Natur, sondern auch im heimischen Backofen, wenn das Wetter nicht so gut ist, wie erhofft. So steht dem Genuss von saftigen Rippchen das ganze Jahr über nichts im Weg.
Wer Spare Ribs grillen möchte, braucht vor allem eines – Geduld. Denn die Rippchen sind ein Stück Fleisch, das langsam und bei niedriger Temperatur gegart werden will, damit das Bindegewebe zart wird.
Was sind Spare Ribs eigentlich?
Spare Ribs sind die unteren Rippen vom Schwein, die aus dem Bauchbereich stammen. Sie sind breiter und flacher als die Rippen aus dem Rückenbereich und haben einen höheren Fett- und Bindegewebsanteil.
Genau das macht sie so aromatisch. Beim langsamen Garen schmilzt das Fett und das Bindegewebe wandelt sich in Gelatine um, wodurch das Fleisch besonders saftig und zart wird.
In der amerikanischen Barbecue-Kultur gehören Spare Ribs zu den absoluten Klassikern. Auch hierzulande sind sie längst fester Bestandteil jeder guten BBQ-Runde geworden.
Spare Ribs oder Baby Back Ribs – die Unterschiede
Neben Spare Ribs begegnen Ihnen beim Metzger oft auch sogenannte Baby Back Ribs oder Loin Ribs. Diese stammen aus dem oberen Rückenbereich des Schweins und sind kürzer, gebogener und magerer.
Baby Back Ribs sind schneller gar und eignen sich gut für Einsteiger. Spare Ribs brauchen dagegen mehr Zeit, belohnen Sie aber mit einem intensiveren Geschmack und mehr Saftigkeit.
Eine besondere Form ist der sogenannte St. Louis Cut. Dabei werden die Spare Ribs rechteckig zugeschnitten und der knorpelige Brustteil entfernt, sodass die Rippchen gleichmäßiger garen.
Worauf Sie beim Einkauf achten sollten
Die Qualität des Fleisches entscheidet maßgeblich über das Ergebnis. Kaufen Sie Ihre Rippchen am besten beim Metzger Ihres Vertrauens und fragen Sie gezielt nach Herkunft und Haltung der Tiere.
Gute Spare Ribs haben eine gleichmäßige Fleischauflage auf den Knochen und eine schöne Marmorierung. Achten Sie darauf, dass die Knochen nicht freiliegen, denn sonst trocknet das Fleisch beim Garen schnell aus.
Planen Sie pro Person etwa 500 bis 700 Gramm ein, da ein großer Teil des Gewichts auf die Knochen entfällt. Bei hungrigen Gästen oder wenigen Beilagen darf es auch gern etwas mehr sein.
Spare Ribs geschickt vorbereiten
Damit Spare Ribs beim Grillen besonders zart und weich werden, sollten Sie diese gut vorbereiten. Die Vorbereitung der Rippenteile sollte idealerweise einen Tag vor dem Grillen erfolgen.
Das Fleisch wird dann nicht nur beim Garvorgang auf dem Grill oder beim Smoken im Smoker besonders zart und knusprig. Es löst sich am Ende auch noch besser von den Knochen.
Wer Spare Ribs grillen will, sollte die Vorbereitung deshalb nie auf die letzte Minute verschieben. Ein gut geplanter Ablauf nimmt Ihnen am Grilltag viel Stress ab.
Die Silberhaut entfernen
Auf der Knochenseite der Rippchen befindet sich eine dünne, zähe Haut, die sogenannte Silberhaut. Diese sollten Sie unbedingt entfernen, da sie beim Garen hart wird und Gewürze sowie Rauch nur schlecht durchlässt.
Schieben Sie dazu einen stumpfen Gegenstand, etwa einen Löffelstiel, unter die Haut an einem Ende. Greifen Sie die Haut anschließend mit einem Küchenpapier und ziehen Sie sie in einem Stück ab.
Vorgaren im Wasser – ja oder nein?
Eine verbreitete Methode ist das Vorgaren der Rippchen. Schneiden Sie die Rippchen dazu in Stücke und geben Sie diese in einen großen Topf, der zu zwei Dritteln mit kochendem, gesalzenem Wasser gefüllt ist.
Lassen Sie die Rippchen dort etwa 20 Minuten sieden, ohne dass das Wasser sprudelnd kocht. Das verkürzt die spätere Garzeit auf dem Grill deutlich.
Barbecue-Puristen verzichten allerdings auf das Vorgaren, weil dabei ein Teil des Aromas ins Wasser übergeht. Wer Spare Ribs grillen möchte und wenig Zeit hat, fährt mit dem Vorgaren dennoch gut und sicher.
Die passende Marinade oder ein Dry Rub
Nach dem Vorgaren oder direkt nach dem Entfernen der Silberhaut wird gewürzt. Eine klassische Marinade besteht in der Regel aus Senf, Öl, Knoblauch, Gewürzen, Bier, braunem Zucker oder Cola.
Geben Sie die Marinade mitsamt den Spare Ribs in einen ausreichend großen Gefrierbeutel und verschließen Sie ihn gut. So kann sich die Marinade gleichmäßig auf den Rippchen verteilen, danach lagern Sie alles über Nacht im Kühlschrank.
Alternativ zur flüssigen Marinade greifen viele Grillfans zu einem Dry Rub. Dabei handelt es sich um eine trockene Gewürzmischung, die kräftig in das Fleisch einmassiert wird.
Ein einfacher Rub besteht aus braunem Zucker, Paprikapulver, Salz, Pfeffer, Knoblauchpulver, Zwiebelpulver und etwas Chili. Eine dünne Schicht Senf vorab sorgt dafür, dass die Gewürze besser haften.
Weitere Ideen für Marinaden, Saucen und Gewürzmischungen finden Sie in unseren Rezepten. Dort ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Direkt oder indirekt grillen
Beim direkten Grillen liegt das Grillgut unmittelbar über der Glut. Diese Methode eignet sich vor allem für kurze Garzeiten wie bei Steaks, Würstchen oder bereits vorgegarten Rippchen.
Wer rohe Spare Ribs grillen möchte, sollte dagegen indirekt garen. Dabei liegt das Fleisch neben der Glut und wird durch die zirkulierende Hitze unter dem geschlossenen Deckel langsam gegart.
Vorgegarte Rippchen können Sie zum Schluss direkt über der Glut kurz anrösten. So entstehen schöne Röstaromen und eine leicht knusprige Oberfläche.
Was brauche ich zum Spare Ribs smoken?
Möchten Sie Ihre Spare Ribs nicht nur grillen, sondern wünschen Sie sich einen traditionell rauchigen Geschmack? Dann sollten Sie die Spare Ribs in einem Smoker garen.
In einem Smoker garen die Rippchen nicht über der Glut, sondern bei niedriger Temperatur von etwa 120 Grad Celsius fernab der Glut über Stunden hinweg. Wie beim Grillen werden dabei Holzstücke oder Grillkohle verwendet.
Durch den aufsteigenden Rauch, der an den Rippchen vorbeizieht, erhalten diese ihren typisch rauchigen Geschmack. Zusätzlich bildet sich unter der Oberfläche der begehrte rötliche Rauchring.
Als Räucherholz eignen sich besonders Hickory, Apfel, Kirsche oder Buche. Obsthölzer sorgen für ein mildes, leicht süßliches Aroma, während Hickory kräftiger und würziger schmeckt.
Spare Ribs im Kugelgrill und Gasgrill
Falls Sie keinen Smoker besitzen, nutzen Sie ganz einfach Ihren Grill als Smoker. Spare Ribs grillen klappt hervorragend in einem Kugelgrill, der rund ist und einen dicht schließenden Deckel besitzt.
Der Deckel reflektiert die Hitze des Holzkohlenfeuers so, dass die Rippchen indirekt garen. Schieben Sie die Glut dazu auf eine Seite und legen Sie die Rippchen auf die andere, kohlefreie Seite des Rosts.
Auch mit einem Gasgrill gelingen gute Ergebnisse. Schalten Sie nur einen oder zwei Brenner an und legen Sie die Rippchen über die ausgeschalteten Brenner.
Für das Raucharoma im Gasgrill nutzen Sie eine Räucherbox mit gewässerten Holzchips. Diese stellen Sie direkt über einen der aktiven Brenner.
Die 3-2-1-Methode für Einsteiger
Eine sehr beliebte Methode beim Smoken von Spare Ribs ist die 3-2-1-Methode. Die Zahlen stehen dabei für die Stunden der drei Garphasen.
In den ersten drei Stunden garen die Rippchen unverpackt im Rauch bei etwa 110 bis 120 Grad Celsius. Danach werden sie für zwei Stunden in Alufolie gewickelt, gern mit einem Schuss Apfelsaft, Bier oder Butter.
In der letzten Stunde kommen die Ribs ohne Folie zurück auf den Rost und werden mit Barbecue-Sauce glasiert. Für die kleineren Baby Back Ribs empfiehlt sich die verkürzte 2-2-1-Methode.
Spare Ribs im Backofen zubereiten
Spielt das Wetter nicht mit, ist der Backofen eine gute Alternative. Hier garen die Rippchen bei etwa 120 Grad Celsius Ober- und Unterhitze langsam und gleichmäßig.
Für den rauchigen Geschmack sorgen kleine, schwelende Holzstückchen in einer Backform. Achten Sie dabei auf gute Belüftung und lassen Sie den Ofen nie unbeaufsichtigt.
Wer es einfacher mag, setzt auf geräuchertes Paprikapulver im Rub oder etwas Flüssigrauch in der Marinade. So erhalten die Rippchen auch ohne Holz eine angenehm rauchige Note.
Die richtige Temperatur und Garzeit
Nicht vorgegarte Rippchen müssen langsam, sanft und lange gegart werden, damit sie zart, weich und saftig werden. Bei einem Grill oder Smoker liegt die Garzeit zwischen 3 und 6 Stunden, je nach Methode und Dicke der Rippchen.
Eine konstante Gartemperatur von etwa 120 Grad Celsius ist auch beim Grillen empfehlenswert. Starke Temperaturschwankungen führen schnell zu trockenem oder zähem Fleisch.
Ein gutes Grillthermometer mit zwei Fühlern ist deshalb eine lohnende Investition. Ein Fühler misst die Temperatur im Garraum, der andere die Kerntemperatur im Fleisch.
Wer Spare Ribs grillen und dabei möglichst wenig Aufwand haben möchte, kann auf vorgegarte Rippchen zurückgreifen. Diese brauchen auf dem Grill meist nur 30 bis 60 Minuten bei mittlerer Hitze.
Fett und Fleischsaft sicher auffangen
Damit kein Fett oder Fleischsaft in die Kohle tropft, können Einweg-Alugrillschalen unter den Rippchen platziert werden. Das verhindert Stichflammen und unschönen, bitteren Rauch.
Eine Wasserschale im Grill hat zusätzlich einen positiven Effekt. Sie stabilisiert die Temperatur und sorgt für ein feuchtes Garklima, sodass die Rippchen nicht austrocknen.
Räucherklötzchen oder Räucherchips, die direkt auf die Glut gelegt werden, sorgen beim Smoken für den rauchigen Geschmack. Legen Sie lieber mehrmals kleine Mengen nach, statt einmal sehr viel Holz aufzulegen.
Glasieren für die perfekte Kruste
Das Glasieren ist der krönende Abschluss, wenn Sie Spare Ribs grillen. Bestreichen Sie die Rippchen dafür in der letzten halben Stunde mit Barbecue-Sauce.
Tragen Sie die Sauce lieber in zwei oder drei dünnen Schichten auf. Da Saucen meist viel Zucker enthalten, verbrennen sie bei zu früher oder zu dicker Anwendung schnell und schmecken dann bitter.
Eine selbst gemachte Glasur aus Ketchup, Honig, Apfelessig, Worcestershiresauce und etwas Rub verleiht den Ribs eine individuelle Note. Experimentieren Sie ruhig mit Ahornsirup, Whiskey oder einem Hauch Chili.
Woran Sie erkennen, dass die Ribs fertig sind
Die Kerntemperatur ist bei Spare Ribs nur bedingt aussagekräftig, da die Fleischschicht recht dünn ist. Zarte Ribs erreichen meist eine Kerntemperatur von etwa 90 bis 95 Grad Celsius.
Zuverlässiger ist der sogenannte Biegetest. Heben Sie das Rippenstück mit einer Zange in der Mitte an und biegen sich die Enden deutlich nach unten, während die Oberfläche leicht aufreißt, sind die Ribs perfekt gegart.
Ein weiteres Zeichen ist der Knochen selbst. Hat sich das Fleisch an den Enden etwas zurückgezogen und lässt sich ein Knochen leicht herausdrehen, sind die Rippchen bereit zum Servieren.
Passende Beilagen zu Spare Ribs
Zu saftigen Rippchen passen klassische Barbecue-Beilagen besonders gut. Beliebt sind Coleslaw, Maiskolben, Baked Beans und frisches Baguette.
Auch Kartoffeln sind ein idealer Begleiter, ob als Folienkartoffel mit Kräuterquark, als knusprige Wedges oder als Kartoffelsalat. Sie lassen sich oft sogar gleichzeitig auf dem Grill zubereiten.
Für eine leichtere Variante sorgen gegrilltes Gemüse oder ein frischer grüner Salat. Diese bringen Frische auf den Teller und gleichen das kräftige Fleisch gut aus.
Häufige Fehler und wie Sie diese vermeiden
Der häufigste Fehler ist zu hohe Hitze. Rippchen, die direkt über starker Glut liegen, werden außen schwarz und bleiben innen zäh.
Ebenso oft wird der Deckel zu häufig geöffnet. Jedes Öffnen lässt Hitze und Rauch entweichen und verlängert die Garzeit spürbar.
Auch beim Rauch gilt, dass weniger oft mehr ist. Dicker, weißer Qualm macht das Fleisch bitter, ideal ist dünner, bläulicher Rauch.
Schneiden Sie die Ribs außerdem erst direkt vor dem Servieren in einzelne Stücke. Lassen Sie sie vorher einige Minuten ruhen, damit sich der Fleischsaft verteilen kann.
Reste richtig aufbewahren und aufwärmen
Sollten tatsächlich Rippchen übrig bleiben, lassen Sie diese zunächst vollständig abkühlen. Anschließend wickeln Sie die Reste luftdicht in Frischhaltefolie und lagern sie im Kühlschrank, wo sie sich etwa zwei bis drei Tage halten.
Zum Aufwärmen eignet sich der Grill oder der Ofen bei niedriger Temperatur am besten. Wickeln Sie die Ribs mit einem kleinen Schuss Apfelsaft oder Brühe in Alufolie, damit sie nicht austrocknen.
Nach etwa 20 bis 30 Minuten bei rund 120 Grad Celsius sind die Rippchen wieder schön warm. Zum Schluss können Sie sie ohne Folie kurz mit etwas Sauce glasieren, damit die Oberfläche wieder appetitlich glänzt.
Auch das Einfrieren ist problemlos möglich. Gut verpackt halten sich gegarte Spare Ribs bis zu drei Monate im Gefrierfach und lassen sich am besten langsam über Nacht im Kühlschrank auftauen.
Fazit zum Spare Ribs grillen
Spare Ribs grillen ist kein Hexenwerk, erfordert aber Zeit, Geduld und eine gute Vorbereitung. Mit niedriger Temperatur, indirekter Hitze und etwas Rauch gelingen Ihnen zarte Rippchen, die sich mühelos vom Knochen lösen.
Ob im Kugelgrill, im Smoker, im Gasgrill oder im Backofen, für jede Ausstattung gibt es den passenden Weg. Probieren Sie verschiedene Marinaden und Rubs aus und finden Sie so Ihr persönliches Lieblingsrezept.
Laden Sie Freunde und Familie ein und genießen Sie gemeinsam ein echtes Barbecue-Erlebnis. Denn wer einmal selbst Spare Ribs grillen durfte, wird die aromatischen Rippchen nie wieder missen wollen.