Motorradhelm – worauf muss ich achten?
Motorradhelm worauf achten – so finden Sie den sicheren und perfekt sitzenden Helm
Sie fahren leidenschaftlich gerne Motorrad und möchten sich einen neuen Helm zulegen? Dann stehen Sie vor einer wichtigen Entscheidung, denn der Helm ist das wichtigste Stück Ihrer Schutzausrüstung. Er muss Sie im Ernstfall zuverlässig schützen und soll gleichzeitig auch auf langen Touren bequem sitzen.
Die Frage Motorradhelm worauf achten stellen sich Einsteiger genauso wie erfahrene Fahrer. Das Angebot ist riesig und reicht vom günstigen Einsteigermodell bis zum Hightech-Helm aus Carbon. In diesem Ratgeber erfahren Sie Schritt für Schritt, welche Kriterien wirklich zählen und wie Sie Fehlkäufe vermeiden.
Dabei geht es nicht nur um den Preis oder das Design. Entscheidend sind Schutzwirkung, Passform und Tragekomfort, denn nur ein Helm, den Sie gerne aufsetzen, begleitet Sie auch zuverlässig auf jeder Fahrt.
Den richtigen Helm zum Motorradfahren finden
Ein guter Motorradhelm muss zwei Aufgaben erfüllen. Er soll Sie bei einem Sturz bestmöglich vor Kopfverletzungen schützen und Ihnen während der Fahrt Komfort, gute Sicht und eine angenehme Belüftung bieten.
Anhand bestimmter Kriterien können Sie recht einfach erkennen, ob ein neuer Helm zu Ihnen und Ihren Bedürfnissen passt. Dazu gehören der Helmtyp, die Sicherheitsnorm, die Passform, das Gewicht und die Ausstattung. Wer beim Thema Motorradhelm worauf achten sorgfältig vorgeht, investiert in seine eigene Sicherheit.
Planen Sie für den Helmkauf ausreichend Zeit ein. Ein Helm ist kein Spontankauf, sondern ein Begleiter, der Sie im besten Fall viele Jahre und Tausende Kilometer begleitet.
Verschiedene Helmtypen für unterschiedliche Zwecke
Wenn Sie sich zum ersten Mal nach einem Helm speziell für das Motorrad umsehen, werden Sie schnell auf Begriffe wie Integralhelm, Klapphelm und Jethelm stoßen. Dabei handelt es sich um verschiedene Helmtypen, die sich in Schutzwirkung, Gewicht und Tragegefühl deutlich unterscheiden.
Welcher Typ der richtige ist, hängt vor allem davon ab, wie und wo Sie fahren. Ein Pendler in der Stadt hat andere Anforderungen als ein Tourenfahrer oder jemand, der gerne auf der Rennstrecke unterwegs ist.
Überlegen Sie sich deshalb vor dem Kauf genau, wofür Sie den Helm hauptsächlich nutzen möchten. Fahren Sie oft schnell und lange Strecken, ist ein geschlossener Helm fast immer die bessere Wahl.
Der Integralhelm für maximalen Schutz
Der Integralhelm bietet den größtmöglichen Schutz, denn Helmschale und Kinnbereich bestehen aus einem einzigen, geschlossenen Teil. Gerade bei Stürzen, bei denen das Gesicht auf den Asphalt trifft, ist dieser durchgehende Kinnschutz ein enormer Vorteil.
Gute Integralhelme wiegen je nach Material etwa 1.300 bis 1.700 Gramm. Dieses Gewicht sollte Ihnen die Sicherheit wert sein, zumal hochwertige Modelle sehr ausgewogen auf dem Kopf liegen. Für Brillenträger ist das Aufsetzen manchmal etwas umständlicher, viele Hersteller bieten deshalb spezielle Brillenkanäle in den Wangenpolstern an.
Der Klapphelm als vielseitiger Allrounder
Beim Klapphelm lässt sich das komplette Kinnteil samt Visier nach oben klappen. Das ist besonders praktisch an der Tankstelle, beim kurzen Gespräch an der Ampel oder für Brillenträger, die den Helm ohne Absetzen der Brille anziehen möchten.
Der Mechanismus macht Klapphelme meist etwas schwerer als Integralhelme. Achten Sie auf eine Doppelzulassung mit der Kennzeichnung P/J, denn nur dann dürfen Sie den Helm auch mit geöffnetem Kinnteil fahren.
Der Jethelm für entspannte Fahrten
Der Jethelm ist vorne offen und schützt lediglich den Schädel, nicht aber Kinn und Gesicht. Er ist sehr luftig, leicht und trägt sich angenehm, weshalb er bei Rollerfahrern und Liebhabern klassischer Motorräder beliebt ist.
Für schnelle Fahrten auf der Landstraße oder Autobahn ist der Jethelm jedoch weniger gut geeignet. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, greift lieber zu einem geschlossenen Modell.
Cross- und Endurohelme für das Gelände
Wer abseits befestigter Straßen unterwegs ist, braucht einen Crosshelm oder einen Endurohelm. Crosshelme haben ein weit vorgezogenes Kinnteil und einen großen Sonnenschild, werden aber mit einer separaten Brille getragen.
Endurohelme kombinieren die Bauform des Crosshelms mit einem Visier. Sie eignen sich daher gut für Reiseenduros, die auf Asphalt und Schotter gleichermaßen zu Hause sind.
Sicherheitsnorm und Prüfsiegel beachten
Ein zentraler Punkt bei der Frage Motorradhelm worauf achten ist die Prüfnorm. In Europa gilt die Norm ECE 22, deren aktuelle Fassung ECE 22.06 deutlich strengere Tests vorschreibt als die Vorgängerversion. Seit 2024 dürfen neue Helme nur noch mit dieser Zulassung verkauft werden.
Ältere Helme mit ECE 22.05 dürfen Sie zwar weiterhin tragen, beim Neukauf sollten Sie aber unbedingt auf die aktuelle Norm achten. Das Prüfetikett ist in der Regel am Kinnriemen eingenäht und enthält neben der Norm auch eine Seriennummer.
Die neue Norm sieht unter anderem Aufpralltests bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Prüfungen der Rotationskräfte vor. Das bedeutet für Sie ein spürbares Plus an Sicherheit bei einem Unfall.
Seien Sie bei sehr günstigen Angeboten aus unbekannten Quellen vorsichtig. Helme ohne gültiges ECE-Prüfzeichen sind im Straßenverkehr nicht zulässig und bieten keinen verlässlichen Schutz.
Material der Helmschale
Die Außenschale verteilt die Aufprallenergie, während die darunterliegende Schicht aus EPS-Schaum den Stoß absorbiert. Bei den Materialien haben Sie die Wahl zwischen thermoplastischen Kunststoffen wie Polycarbonat, Fiberglas-Verbundstoffen und Carbon.
Polycarbonat-Helme sind günstig und robust, aber etwas schwerer. Fiberglas und Carbon sind leichter und steifer, dafür auch spürbar teurer. Gute Helme werden zudem in mehreren Schalengrößen gefertigt, damit auch kleine Köpfe nicht in einer übergroßen Schale stecken.
Sicher auf dem Motorrad dank gutem Sitz
Ein optimaler Sitz des Helmes sorgt nicht nur dafür, dass Sie ihn angenehm tragen können, sondern ist auch entscheidend für die Sicherheit. Verrutscht ein Helm bei einem Sturz, kann er sogar zur zusätzlichen Gefahrenquelle werden, statt Sie vor Verletzungen zu schützen.
In Deutschland gilt generell eine Helmpflicht beim Fahren auf dem Motorrad. Umso wichtiger ist es, dass der Helm wirklich zu Ihrer Kopfform passt. Beim Motorradhelm worauf achten heißt deshalb vor allem, die Passform ernst zu nehmen.
Die richtige Helmgröße ermitteln
Messen Sie zunächst Ihren Kopfumfang mit einem flexiblen Maßband. Legen Sie das Band etwa zwei Zentimeter oberhalb der Augenbrauen an und führen Sie es über die breiteste Stelle des Hinterkopfes.
Anhand der Größentabelle des Herstellers finden Sie dann die passende Helmgröße. Beachten Sie, dass die Größen je nach Marke unterschiedlich ausfallen und Köpfe eher rund oder eher oval geformt sein können.
Probieren geht über Studieren
Behalten Sie nicht gleich den erstbesten Helm, sondern probieren Sie verschiedene Modelle an. So bekommen Sie schnell ein Gefühl für die unterschiedlichen Passformen und können in Ruhe entscheiden, welcher Helm am bequemsten ist.
Ein neuer Helm darf anfangs ruhig etwas straff sitzen, da sich die Polster mit der Zeit leicht anpassen. Schieben Sie zwei Finger zwischen Helm und Stirn, um die Größe zu prüfen. Passen die Finger problemlos dazwischen, ist der Helm zu groß.
Bewegen Sie den geschlossenen Helm mit beiden Händen nach links, rechts, vorne und hinten. Die Kopfhaut sollte sich dabei mitbewegen, der Helm darf aber nicht verrutschen. Tragen Sie ihn im Geschäft außerdem mindestens zehn Minuten, damit sich eventuelle Druckstellen bemerkbar machen.
Den Kinnriemen richtig einstellen
Auch der beste Helm schützt nur, wenn er korrekt verschlossen ist. Der Kinnriemen muss so straff sitzen, dass maximal ein Finger darunter passt. Lässt sich der Helm im geschlossenen Zustand nach vorne über den Kopf ziehen, ist er zu groß oder falsch eingestellt.
Beim Verschluss haben Sie meist die Wahl zwischen Doppel-D-Verschluss und Ratschenverschluss. Der Doppel-D-Verschluss gilt als besonders sicher und ist im Rennsport Standard. Der Ratschenverschluss lässt sich dagegen auch mit Handschuhen bequem bedienen.
Tipps für Brillenträger
Brillenträger haben beim Helmkauf besondere Anforderungen. Die Brille muss sich ohne Druck auf die Schläfen tragen lassen und darf beim Aufsetzen des Helms nicht verrutschen.
Nehmen Sie Ihre Brille deshalb unbedingt zur Anprobe mit. Klapphelme und Modelle mit ausgesparten Wangenpolstern sind hier oft im Vorteil. Für Brillenträger bedeutet Motorradhelm worauf achten also vor allem, Helm und Brille immer gemeinsam zu testen.
Gewicht, Belüftung und Geräuschentwicklung
Ein leichter Helm entlastet Nacken und Schultern, vor allem auf langen Touren. Wichtiger als das reine Gewicht ist allerdings die Gewichtsverteilung, denn ein ausgewogener Helm fühlt sich oft leichter an, als er tatsächlich ist.
Eine gute Belüftung mit verstellbaren Lufteinlässen an Stirn und Kinn sowie Entlüftungen am Hinterkopf sorgt für ein angenehmes Klima. Gleichzeitig hilft sie dabei, das Beschlagen des Visiers zu reduzieren.
Unterschätzen Sie nicht die Windgeräusche. Dauerhafter Fahrtlärm kann das Gehör schädigen und macht schneller müde. Ein gut abgedichteter Helm und zusätzlich Ohrstöpsel sind daher besonders für Vielfahrer empfehlenswert.
Passende Ausstattung für jeden Bedarf
Natürlich sind Helme für das Motorrad mit verschiedenen Details ausgestattet. Mit einem Pinlock-Visier verhindern Sie zum Beispiel, dass die Scheibe aufgrund der Atemluft beschlägt. Dabei wird eine zusätzliche Innenscheibe eingesetzt, die wie eine Doppelverglasung wirkt.
Die Polster sollten herausnehmbar und waschbar sein, damit Sie diese hin und wieder reinigen oder austauschen können. Viele Hersteller bieten zudem Wangenpolster in verschiedenen Stärken an, um die Passform individuell anzupassen.
Wenn Sie häufig bei sonnigem Wetter fahren, lohnt sich ein Helm mit getöntem Visier oder einer integrierten Sonnenblende. Die Sonnenblende lässt sich bei Bedarf per Schieber ausfahren und ersetzt die Sonnenbrille. Ein getöntes Visier ist dagegen in Tunneln und bei Dämmerung nicht geeignet.
Kommunikationssysteme und Zubehör
Wer gerne in der Gruppe oder mit Sozius fährt, schätzt ein Kommunikationssystem. Viele moderne Helme haben bereits vorbereitete Aussparungen für Lautsprecher und Mikrofon, sodass sich ein Headset sauber integrieren lässt.
Über Bluetooth können Sie so mit Mitfahrern sprechen, Navigationsansagen hören oder Telefonate annehmen. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Ihr Wunschsystem zum gewählten Helm passt.
Achten Sie darauf, dass die Bedieneinheit auch mit Handschuhen gut erreichbar ist. Die Lautstärke sollte so eingestellt sein, dass Sie Umgebungsgeräusche wie Martinshörner weiterhin wahrnehmen.
Sichtbarkeit im Straßenverkehr
Auch die Farbe des Helms spielt eine Rolle für Ihre Sicherheit. Helle und auffällige Farben werden von anderen Verkehrsteilnehmern früher wahrgenommen als ein mattschwarzer Helm.
Reflektierende Elemente verbessern die Sichtbarkeit zusätzlich bei Dunkelheit. Gerade wer viel im Berufsverkehr oder in der Dämmerung unterwegs ist, sollte diesen Punkt beim Motorradhelm worauf achten nicht vergessen.
Kauf im Fachhandel statt online
Online finden Sie oft günstige Angebote, doch gerade beim Thema Motorradhelm worauf achten ist die persönliche Anprobe kaum zu ersetzen. Im Fachhandel können Sie verschiedene Modelle direkt vergleichen und sich von geschulten Mitarbeitern beraten lassen.
Viele Händler messen den Kopf professionell aus und helfen bei der Feinabstimmung der Polster. Wer dennoch online bestellt, sollte vorher im Geschäft die passende Größe und Marke ermittelt haben.
Verzichten Sie unbedingt auf gebrauchte Helme. Sie können nie sicher sein, ob ein Helm bereits heruntergefallen ist oder Vorschäden hat, die von außen nicht sichtbar sind.
Was darf ein guter Helm kosten?
Solide Helme mit ECE 22.06 erhalten Sie bereits ab etwa 150 Euro. Modelle mit leichteren Schalen, besserer Belüftung und umfangreicher Ausstattung kosten häufig zwischen 300 und 700 Euro.
Wichtig ist, dass Sie nicht am falschen Ende sparen. Ein gut sitzender Helm aus der Mittelklasse ist meist sicherer als ein teures Topmodell, das nicht zu Ihrer Kopfform passt.
Der passende Helm für den Sozius
Auch Beifahrer brauchen einen Helm, der wirklich passt. Ein geliehener Ersatzhelm in der falschen Größe ist keine gute Lösung, denn er bietet im Ernstfall kaum Schutz.
Wer regelmäßig zu zweit unterwegs ist, sollte deshalb für den Sozius einen eigenen Helm kaufen. Für ihn gelten bei der Frage Motorradhelm worauf achten dieselben Regeln wie für den Fahrer selbst.
Pflege und Reinigung des Helms
Damit Ihr Helm lange hält, sollten Sie ihn regelmäßig pflegen. Für die Reinigung der Außenschale und des Visiers eignen sich lauwarmes Wasser, ein mildes Spülmittel und ein weiches Mikrofasertuch.
Verwenden Sie keine Lösungsmittel oder scharfen Reiniger, da diese das Material der Schale und die Beschichtung des Visiers angreifen können. Insekten lassen sich leichter entfernen, wenn Sie vorher ein feuchtes Tuch einige Minuten auf das Visier legen.
Lagern Sie den Helm an einem trockenen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Ein Helmbeutel schützt ihn zusätzlich vor Kratzern und Staub, etwa wenn Sie mit dem Motorrad in den Urlaub fahren.
Wann der Helm ausgetauscht werden sollte
Ein Helm hält nicht ewig, denn Materialien und Innenschaum altern mit der Zeit. Viele Hersteller und Experten empfehlen, den Helm nach etwa fünf bis sieben Jahren auszutauschen, je nachdem, wie häufig er genutzt wird und wie er gelagert wurde.
Nach einem Sturz oder einem harten Aufprall gehört der Helm immer ausgetauscht. Die Dämpfungsschicht kann bereits einmalig zusammengedrückt sein und bietet dann keinen ausreichenden Schutz mehr. Das gilt auch, wenn der Helm aus größerer Höhe auf den Boden gefallen ist.
Fazit zum Thema Motorradhelm worauf achten
Fassen wir zusammen, was beim Motorradhelm worauf achten wirklich wichtig ist. An erster Stelle stehen der passende Helmtyp, die aktuelle Prüfnorm ECE 22.06 und eine perfekte Passform.
Danach folgen Gewicht, Belüftung, Geräuschentwicklung und eine Ausstattung, die zu Ihrem Fahrstil passt. Nehmen Sie sich Zeit für die Anprobe und lassen Sie sich im Fachhandel beraten.
Vergessen Sie auch die Pflege nicht. Regelmäßige Reinigung und ein rechtzeitiger Austausch sorgen dafür, dass Ihr Helm über die gesamte Nutzungsdauer zuverlässig schützt.
Wer die Frage Motorradhelm worauf achten gründlich beantwortet, wird mit einem sicheren und komfortablen Begleiter belohnt. So genießen Sie jede Tour entspannt und gut geschützt.